
“There are over 550 million firearms in worldwide circulation. That’s one firearm for every twelve people on the planet. The only question is: How do we arm the other 11?”
Lord Of War ist kein gewöhnlicher Hollywood-Streifen, dafür hat er zuviel Tiefgang, dafür liegt er zu nahe an der Realität. Es ist aber auch kein Dokumentarfilm. Ein gefährliches Zwischending, bei dem man nie genau weiss, wo die Realität aufhört und die Fiktion beginnt. Auf jeden Fall berührt der Film, denn man weiss: So oder ähnlich geht es zu auf dem internationalen Waffenmarkt.
Nicolas Cage ist Yuri Orlov (Bild), der Waffen aus zwei Gründen verkauft: Ersten, es wird ihm nie an Kundschaft fehlen, denn der Mensch wird immer Waffen brauchen. Und zweitens, er kann es. Darum verkauft er an alle Parteien, völlig Egal, welche Ziele diese verfolgen. “I sell to leftists, and rightists. I sell to pacifists, but they’re not the most regular customers.”
Er verkauft an afrikanische Diktatoren, im Wissen, dass diese damit Frauen und Kinder umbringen werden; gleichzeitig im Wissen, dass, wenn er es nicht tut, ein anderer die Waffen liefert.
Über lange Strecken des Film erzählt Yuri Orlov aus dem Off, wie er zu einem der weltgrössten Waffenhändler wurde. Schliesslich, nachdem der Film 2h lang einen grossen privaten Waffenhändler porträtiert hat, das vernichtende Schlussstatement: Die grössten Waffenhändler weltweit sind immer noch die USA, Russland, China, Grossbritannien und Frankreich. Das sind gleichzeitig die ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates.
Lord Of War, sehr sehenswert. 8/10